BMF-Schreiben zur Bewertung des Vorratsvermögens - Lifo-Methode

12.05.2015

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG können Steuerpflichtige, die den Gewinn nach § 5 EStG ermitteln, für die Bewertung gleichartiger Wirtschaftsgüter, die im Vorratsvermögen bilanziert sind, unterstellen, dass die zuletzt erfassten Wirtschaftsgüter zuerst verbraucht oder veräußert worden sind („last in - first out“). Eine solche Erfassung ist möglich, wenn diese Bewertung mit den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) konform ist. Mit Schreiben vom 12. Mai 2015 nimmt das BMF zur Lifo-Methode Stellung.

So ist die Anwendung der Lifo-Methode mit den GoB konform, wenn die vorhandenen Wirtschaftsgüter am Schluss eines Wirtschaftsjahres mengenmäßig vollständig erfasst sind und die Anwendung der Lifo-Methode eine Vereinfachung der Bewertung mit sich bringt. Dabei muss die Lifo-Methode nicht mit der in Realität stattfindenden Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolge übereinstimmen, vielmehr kann sie unabhängig von der tatsächlichen Verbrauchsfolge angewendet werden; auch dann, wenn ein Zertifizierungsverfahren eine bestimmte Verbrauchsfolge verlangt. Bei Handelsware, die nicht weiter zur Verarbeitung bestimmt ist, ist nach Ansicht des BMF die Anwendung des Lifo-Verfahrens dann unzulässig, wenn es durch die EDV-Systeme möglich ist die individuellen Herstellungskosten der jeweiligen Wirtschaftsgüter ohne Weiteres zu bestimmen. Ebenfalls als unzulässig erachtet das BMF, wenn verderbliche Vorräte mit dem Lifo-Verfahren bewertet werden.

Bei der Anwendung des Lifo-Verfahrens geht die Finanzverwaltung dabei von einem eigenständigen steuerlichen Wahlrecht aus, welches nur dann angewendet werden darf, wenn das Lifo-Verfahren dem Grunde nach auch in der Handelsbilanz hätte angewendet werden können.