Kostspieliges Neubauprojekt

05.05.2016

Die Kosten für den Abriss eines Gebäudes können auch Herstellungskosten sein. Ausschlaggebend ist der technische oder wirtschaftliche Zustand des abgerissenen Gebäudes im Zusammenhang mit einem geplanten Neubau. Darüber hat das Finanzamt Düsseldorf mit seinem Urteil vom 23. Februar 2016 (10 K 2708/15 F) entschieden.

Eine Kommanditgesellschaft hatte von einem ihrer Kommanditisten mehrere Grundstücke als Gesellschaftereinlage erhalten. Die Gesellschaft plante schon vor dem Erwerb, die Gebäude abzureißen und zwei neue Einkaufsmärkte zu bauen. Sie nahm infolge der durch den Abriss untergegangen Bausubstanz Absetzungen für außergewöhnliche Abnutzung vor und machte diese gemeinsam mit den entstandenen Kosten als sofort abziehbare Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt lehnte ab.

Klage bliebt erfolglos

Das Finanzgericht stimmte der Entscheidung des Finanzgerichtes zu: Es lägen keine sofort abziehbaren Betriebsausgaben und auch keine Absetzungen für außergewöhnliche Abnutzung vor. Bei den Kosten würde es sich lediglich um die Herstellungskosten der neuen Gebäude handeln. Die Absetzung für Abnutzung kann lediglich in gleichen Jahresbeiträgen abgeschrieben werden.

Eindeutiger Zusammenhang

Die entstandenen Kosten für den Abriss sind als Herstellungskosten anzusehen, weil das erworbene Gebäude erstens in keiner Art und Weise verbraucht war; zweitens wurden diese nur abgerissen, um neue Gebäude auf dem Grundstück anzusiedeln. Abriss und Beginn der Herstellung fielen somit zusammen. Die Tatsache, dass die Gebäude in das Betriebsvermögen der Kommanditgesellschaft übertragen wurden, war irrelevant. Durch den Rechtsträgerwechsel hatte diese die Gebäude ohne Zweifel mit der Absicht diese abzureißen, erworben.